2009 Sonderausstellung Gallier-Gallorömer-Romanen-Ritter

Ausstellung über die Höhenbefestigung „Birg“ bei Schmelz-Limbach

Ausstellungsdauer: 2009 – 2012 (danach Teil in Dauerausstellung)
Ausstellungskonzeption: Edith und Eric Glansdorp, Carmen Kessler
Publikationen:

Eine neue Ausstellung in der archäologischen Abteilung von C. Keßler, die im Rahmen ihrer universitären Ausbildung von der Studentin für Vor- und Frühgeschichte (Universität des Saarlandes) beim Archäologiebüro Glansdorp erstellt wurde.

-> Faltblatt zur Ausstellung

2007 Sonderausstellung 10 Jahre Archäologie im Dreikreiseeck

10 Jahre Archäologie im Drei-Landkreise-Eck

Ausstellungsdauer: Oktober 2007 – 2008
Ausstellungskonzeption: Edith- und Eric Glansdorp
Publikation:

So lautet die Überschrift für ein umfangreiches Ausstellungsprojekt um neue Ausgrabungsergebnisse zwischen den Gemeinden Tholey, Schmelz und Wadern. Im Zuge der jährlich wechselnden Ausstellungen im archäologischen Bereich des Museums wurden in den vergangenen 10 Jahren zahlreiche Themen wie Römer, Kelten, Steinzeit oder Mittelalter präsentiert. Mit neuen Vitrinen ausgestattet wird eine Zusammenschau zur Vor- und Frühgeschichte der Region erreicht, die aktueller nicht sein könnte.

2005 Sonderausstellung Miteinander forschen

Kelle Schwamm und Finderglück

Ausstellungsdauer: Oktober 2005 – Sommer 2007
Ausstellungskonzeption: Edith- und Eric Glansdorp, Klaus Haab
Schüler der Schule Winterbachsroth, Dudweiler
Publikation:

Der Bürgermeister Hermann Josef Schmidt lädt ein zur
Ausstellungseröffnung am Sonntag dem 16. 10.2005 um 15.00 Uhr im Heimatmuseum der Gemeinde Tholey ins “Haus am Mühlenpfad” im Ortsteil Neipel. Schirmherr: Hermann Scharf

Ab dem 16.10.2005 präsentiert das Heimatmuseum “Haus am Mühlenpfad” in Tholey-Neipel in seiner archäologischen Abteilung in Kooperation mit der Schule Winterbachsroth in Dudweiler und dem Archäologiebüro Glansdorp eine Ausstellung mit dem Titel: Miteinander forschen: Kelle, Schwamm und Finderglück

Themen sind die Erlebnisse und Ergebnisse eines von den Lehrern Haab und Greiner betreuten Schulprojektes mit geistig- und körperlich behinderten Jugendlichen der Werkstufe.
Während der Sommer 2004 und 2005 beteiligten sich die Schüler zweimal in der Woche an den verschiedenen Arbeitsprozessen der Ausgrabung im römischen Vicus Wareswald der Terrex gGmbH im Landkreis St. Wendel.
Die hierbei gemachten positiven Erfahrungen aller Beteiligten sind ebenso Bestandteil der Ausstellung wie die Dokumentation der Vorbereitung der Schüler und die von der Klasse gemachten Funde und Befunde.

Pressemitteilung 16.10.2005
Thema der der Ausstellung ist ein Projekt der Pädagogen Klaus Haab und Marie-Louise Greiner der Schule Winterbachsroth/Dudweiler in Zusammenarbeit mit dem Archäologiebüro Glansdorp/Tholey. Es ging um eine intensive Beteiligung geistigbehinderter Schüler an einer archäologischen Ausgrabung. Die Jugendlichen der Werkstufe sollten mit kleinen, an ihre Fähigkeiten angepaßten Arbeitsschritten zur Bewältigung der gemeinsamen Aufgabe beitragen.
Mit Genehmigung der Terrex gGmbH wurde das Projekt auf der Ausgrabung der römischen Kleinstadt im Wareswald zwischen Oberthal, Tholey und Marpingen realisiert. Die archäologische Betreuung der Gruppe in den laufenden Grabungen übernahm Dr. Edith Glansdorp, die die zu bewältigenden Aufgaben in kleine einfache Schritte unterteilte und so die Schüler und Pädagogen in die verschiedenen Techniken einer Ausgrabung einführen konnte. Zwei mal in der Woche besuchten die Schüler während der Grabungssaison 2004 und 2005 die Grabungen im Wareswald und dies mit großer Begeisterung und Einsatz. Der Erfolg blieb nicht aus. Die Fähigkeiten der Ausgräber wuchsen mit ihren Aufgaben und schon bald konnten spannende Funde und Gebäudestrukturen entdeckt werden und die Gruppe selbstständig ihre Aufgaben bewältigen.
Im Frühjahr 2005 entstand der Wunsch diese erfolgreiche Arbeit – die inzwischen auch von ihrer pädagogischen Seite wissenschaftlich von Nora Schmitt begleitet wurde – in einer gemischt archäologisch-pädagogischen Ausstellung einem breiterem Publikum zu präsentieren. Auch hier bewährte sich die Zusammenarbeit zwischen Archäologiebüro und Schule. Ein Ausstellungskonzept wurde erstellt, die Aufgaben verteilt und im Sommer 2005 entstanden Stück für Stück die Exponate, die schließlich noch durch einen Teil der Originalfundstücke aus der Ausgrabung bereichert werden konnte. Das Herstellen einer gemalten römischen Straßenszene oder aktiver Ausstellungselemente wie steinzeitlicher Bohrmaschinen übernahmen die Schüler der Schule Winterbachsroth. Mit Pfeil und Bogen hatten sie sich schon im Vorfeld des Projektes beschäftigt. Der fehlende Kleber zum Befestigen der Pfeilspitzen wurden in alter Herstellungstechnik aus Birkenrinde gewonnen, ein Modell eines Keltendorfes nach einer Exkursion zur Altburg in Bundenbach im Hunsrück erstellt. Das Archäologiebüro übernahm derweil die Erstellung der Infotafeln, die Auswahl der archäologischen Fundstücke und deren Präsentation.
Als ersten Ausstellungsort der als Wanderausstellung konzipierten Präsentation wurde das Heimatmuseum der Gemeinde Tholey gewählt. Hier vermittelt das seit Jahren erfahrene, ehrenamtliche Museumsteam der Interessengemeinschaft Ortsgeschichte dem Besucher die Ausstellung. Öffnungstermine und vieles mehr unter dieser Museumsseite www.neipel.de .

Rötel

Ein Besuch des ehem. Landeskonservator Prof. Dr. A. Kolling im Museum brachte die Besonderheit des Mahlsteins ans Licht, denn es handelte sich nicht, wie ursprünglich vermutet um einen schlecht gefertigten Getreidemahlstein, sodern um eine Mineralmühle.

Bei der Untersuchung der darunterliegenden Aschengrube tauchten auch einige Rötelstücke mit Arbeitsspuren in der römerzeitlichen Asche auf.

Rötel ist ein mineralischer Farbstoff, wie er in unserem Raum noch bis ins letzte Jahrhundert genutzt wurde. Auch in der Römerzeit fand er Verwendung und gemischt mit Leinöl wird er zu einem außerst wetterfestem Holzanstrich, wie Hans Heck bei einem Feldversuch mit seiner Schulklasse nachweisen konnte. Vermutlich waren in römischer Zeit einige Gebäude mit “Neipeler Rot” bemalt, vielleicht stand hier sogar ein kleiner Betrieb zur Gewinnung des Farbstoffes?

Deichel-Leitung

Eine Wasserleitung aus Buchenholz von 1529

Bei Baumaßnahmen im Tholeyer Ortsteil Hasborn wurden bei die Reste einer hölzernen Wasserleitung freigebaggert. Freundlicherweise wurde der Interessengemeinschaft Ortsgeschichte ein Teilstück der Leitung zu Forschungs- und Ausstellungszwecken überlassen.

Eine 2003 am Rheinischen Landesmuseum Trier in Auftrag gegebene Untersuchung erbrachte eine wahrscheinliches Fällungsjahr von 1529.

Römerzeitlicher Siedlungsplatz Schweichhaus, Gem. Tholey

Zum Fundplatz „Schweichhaus“ in Tholey, Lkr. St. Wendel
Wieder einmal ist es der Aufmerksamkeit eines Tholeyer Bürgers zu verdanken, dass gerade noch rechtzeitig umfangreiche römische Siedlungsreste dokumentiert werden konnten. In einem seit den 60er Jahren existierenden Baugebiet galt es in einer Baulücke ein Einfamilienhaus zu errichten. Dort wurden vor Beginn der Erdarbeiten drei von Moos überwucherte antike Architekturteile entdeckt, die in einer Gartenlaube als Tisch umgestaltet eine neue Verwendung fanden.
Nach dem Abschieben der Humusdecke durch die neuen Grundstückseigentümer wurden umfangreiche römerzeitliche Bauschuttreste sichtbar. In Zusammenarbeit mit der saarländischen Bodendenkmalpflege konnten die im benachbarten vicus Wareswald tätigen Archäologen mit Unterstützung von rund 50 ehrenamtlichen Helfern in dreiwöchiger Arbeit den Siedlungsbefund untersuchen.
Im Bereich des geplanten Neubaus konnten zehn antike Räume beobachtet werden, die Teil eines weit umfangreicheren Gebäudes waren. Es fanden sich Räume mit Fußbodenheizung, Teile eines Badebeckens, Räume mit Lehmboden und sorgfältigen Estrichböden. Die Mauern selbst waren auf Niveau der antiken Böden nur als rosafarbene, stark mörtelhaltige, humose Verfärbung sichtbar, eine Folge des Steinraubes, der hier bereits in der spätantike erfolgt sein dürfte. Nahezu alle Mauersteine aus lokalem Sandstein wurden bis auf die Fundamentstickung aus gerundeten vulkanischen Tholeyiten rund 1,8 m unter der heutigen Oberfläche entfernt. Dabei blieben jedoch die antiken Böden im Inneren der Räume intakt.
Nördlich des Gebäudes, in einem vorgelagerten Graben entdeckte das Grabungsteam große Ziegelschuttpakete mit darüberliegenden Architekturteilen. Zusammen mit den bei der Gartenlaube entdeckten Säulenteilen ließen sich die Funde zu zwei kompletten Säulen des toskanischen Typs zusammensetzen (Abb. Säulentrommeln). Sie bestehen aus 3 Trommelteilen sowie Basis und Kapitell und wurden vermutlich in Versturzlage nur unweit ihres ursprünglichen Aufstellungsortes angetroffen. Die Säulen können im Heimatmuseum der Gemeinde Tholey besichtigt werden. (Info: www.neipel.de)

Bereits in den 80er und 90er Jahren untersuchte die saarländische Bodendenkmalpflege etwa 200 m nördlich der aktuellen Grabung einen Teilbereich einer umfangreichen, mehrphasigen Tempelanlage, wo außergewöhnlich reiche Funde entdeckt wurden. (Abb. Goldring,)
Der gesamte Fundkomplex „Schweichhaus“ ist jedoch nur ein Teil des antiken Siedlungsschwerpunktes im zentralen Saarland. Zu Füßen des weithin sichtbaren Aussichtsturmes auf dem Schaumberg, lag rund 400m östlich der „Schweichhaus“ unter der bereits 634 n.Chr. urkundlich erwähnten Kirche der heutigen Benediktinerabtei Tholey’s eine großzügige römische Badeanlage. Weitere 4 km nach Osten auf der alten römischen Handelsstraße Metz-Mainz, liegt unweit des Kreuzungspunktes mit der antiken Straße Trier-Straßburg der vicus „Wareswald“ (vgl. AID 3, 2002, S.53, AID 3, 2003, S.44-45), wo zur Zeit unter der Regie der Terrex gGmbH archäologische und touristische Interessen im täglichen Event „Die Ausgrabung zum Mitmachen“ verknüpft werden. (Infos: www.wareswald.de).
E. Glansdorp

Infomitteilung an die Zeitschrift Archäologie in Deutschland => gedruckt im Heft 5/2003

Abbildung 1: Tholey „Schweichhaus“. Die Steinsäulen in Fundlage am 2.8.2002. Links im Bild das Kapitell, hinten die Basis und davor liegend 3 Säulentrommeln. (Foto: Glansdorp)
Abbildung 2: Tholey „Schweichhaus“. Zwei bronzene Spielwürfel der Grabung 2002. Sie wurden in einer Ascheschicht in einem Feuerungsraum entdeckt. (Foto: Glansdorp)
Abbildung 3: Tholey „Schweichhaus“. Goldring mit Gemme, den Kriegsgott Mars darstellend, der Grabungen im Tempelbereich von 1987. (Foto: Morche

2003 Sonderausstellung. Die Säulen von Tholey

Ausstellungsdauer: Sommer 2003
Ausstellungskonzeption: Edith- und Eric Glansdorp
Publikation:

Am 31.7.2002 wurden bei baubegleitenden archäologischen Untersuchungen der staatlichen Bodendenkmalpflege des Saarlandes in der Schweichhauserstr. 22
in Tholey umfangreiche römerzeitliche Gebäudereste entdeckt.
Darunter befanden sich auch 2 vollständig erhaltene rund 3 m hohe Steinsäulen. Diese von der Saarbrücker Altertümersammung ausgeliehenen und von ehrenamtlichen Helfern des Museum mit ausgegrabenen Steindenkmäler kann ihr Museumsteam vom “Haus am Mühlenpfad” nun fachgerecht dem interessierten Publikum präsentieren.

Mitte oben: Töpferstempel auf einem Terra sigillata Becher.
Rechts oben: 2 bronzene Spielwürfel
Links unten: fachmännische Klärung der Befundsituation trotz des Zeitdrucks der Notgrabung durch zahlreiche ehrenamtliche Helfer.

-> Beitrag Schweichhausen in Publikationen

Seit Mai 2004 zeigt die Interessengemeinschaft Ortsgeschichte Neipel die Ergebnisse einer Ausgrabung, die im Sommer 2002 im Auftrag der Denkmalpflege in Zusammenarbeit mit der Terrex gGmbH unter der Leitung von E. Glansdorp realisiert wurde. Umfangreiche römerzeitliche Gebäudestrukturen und außergewöhnliche Funde werden ansprechend präsentiert und Zusammenhänge fachkundig dargestellt.

Vortrag Thermenanlage unter der Abtei Tholey

Interessante Vorträge über römische Badeanlage
und Gräberfeld im Bereich der Tholeyer Abtei
Edith Jäckel und Dr. [des.] Peter Buwen referierten 2002 im Rathaussaal

Die Römer und ihre Kultur haben im historischen Tholey viele Spuren hinterlassen. In jüngster Zeit bemüht man sich verstärkt darum, diese Vergangenheit wissenschaftlich aufzuarbeiten. Eine Vortragsreihe über historische Themen, die das Kulturamt der Gemeinde initiiert hat und in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsverein 1882 und dem Historischen Verein Tholey durchführt, gibt der Bevölkerung die Möglichkeit, an diesen Erkenntnissen teilzuhaben. Bisher waren alle Vortrage innerhalb dieser Reihe außerordentlich gut besucht. So auch die Veranstaltung im Rahmen des Jubiläums „700 Jahre Abteikirche Tholey“ am vergangenen Donnerstag, bei der der Sitzungssaal bis auf den letzten Stehplatz besetzt war. Referenten waren die Archäologen Edith Jäckel und Dr. Peter Buwen.

Die Themen des Abends waren die Thermen von Tholey und die 2001 im Rahmen einer Notgrabung entdeckten mittelalterlichen Grabfunde, Verbindendes Element der beiden Referate war der Fundort: das Umfeld der Abteikirche Tholey. Edith Jäckel begann mit den Erläuterungen zu dem römischen Bad, dessen Überreste unter der Abtei gefunden wurden. Anfang des 20. Jahrhunderts fanden die ersten Grabungen statt. Die Erkenntnisse, die aus diesen Funden stammten, wurden durch weitere Grabungen im Laufe der Jahre verbessert und erweitert. Edith Jäckel fasste die bisherigen Befunde zusammen und stellte sie in einen Zusammenhang mit ähnlichen Ausgrabungen.
Bei den Römern hatte die Badekultur eine große Bedeutung, so Edith Jäckel. Dabei erfüllten die Bäder neben ihrer der Hygiene und Körperpflege dienenden Bestimmung insbesondere auch gesellschaftliche und kulturelle Aufgaben, ja sie wurden zu wichtigen Zentren des öffentlichen Lebens. In den großen öffentlichen Bädern gewährleisteten neben dem eigentlichen Badetrakt Laden, Gastronomie, Sportanlagen oder Einrichtungen des Gesundheitswesens ein breites Unterhaltungs- und Dienstleistungsangebot.
Zur Grundausstattung eines römischen Bades, sei es nun ein öffentliches oder aber ein privates, gehörten neben einem Umkleideraum (apodytenum) ein Heissraum (caldarium), ein lauwarmer Raum (tepidarium) sowie ein kühler Raum (frigidarium), wobei sich in den verschiedenen Räumen jeweils entsprechend temperierte Wasserbecken oder wannen befunden haben. Der Badegast begab sich, nachdem er sich umgezogen hatte, zunächst ins frigidarium, dann zur Akklimatisierung ins tepidarium um sich schließlich in den Wannen des Heissraums zu entspannen. Danach kühlte er sich im Kaltwasserbecken des frigidariums ab. Je nach Ausstattung des Bades hatte man außerdem die Möglichkeit, sich massieren zu lassen oder in einer Art Sauna (sudatorium) tüchtig zu schwitzen.
Edith Jäckel versuchte anschließend die Bedeutung der Tholeyer Thermen zu bestimmen, sie verglich dabei die Ausmaße des Tholeyer Bades mit denen anderer bekannter Bäder. Sie kam dabei zu dem Schluss, dass die Tholeyer Badeanlage auf Grund ihrer Größe kein rein privates Bad gewesen sein konnte, sondern ein öffentliches Bad, das von den Ausmaßen größer war als das in Reinheim/Bliesbrück gefundene Bad, aber kleiner als die Thermen in Trier. Sie folgerte daraus, dass das Bad in Tholey mit städtischen Anlagen zu vergleichen sei, was für die Bedeutung Tholeys als ländlicher Hauptort spricht.

Dr. Peter Buwen berichtete über seine Notgrabung, die nötig wurde, nachdem Ende Oktober 2001 östlich der Abteikirche in Tholey bei Baggerarbeiten zur Kanalverlegung, Gröber von bis dahin unbekannter Herkunft aufgedeckt wurden. Die erste Fachfrau vor Ort war Edith Jäckel, der es zu verdanken ist, dass die beiden zunächst entdeckten Gräber, vor dem Zugriff durch den Bagger, gerettet und dokumentiert werden konnten. Daraufhin wurde Dr. Peter Buwen durch das Staatliche Konservatoramt mit der wissenschaftlichen Untersuchung der übrigen Gröber im Baggerschnitt, sowie mit der weiteren denkmalpflegerischen Beaufsichtigung der Kanalverlegungsarbeiten beauftragt. In relativ kurzer Zeit und unter schlechten Wetterbedingungen wurden ein Gräberfeld von 11 Gräbern, die allerdings nicht alle vollständig ergraben wurden, entdeckt. Bei diesen Gräbern handelt es sich um christliche Gröber, deren Alter nur sehr ungenau zu bestimmen ist, weil christliche Gröber auf Beigaben verzichten. Das Alter dieser Grabfunde ist irgendwo in der Zeitspanne zwischen dem 8. Jahrhundert und dem 16. Jahrhundert nach Christus anzunehmen. Wobei die Gröber mehrmals belegt wurden. Deshalb ist es möglich, dass dieses Gräberfeld bereits mit der ersten Kirche, der Grimo Kirche angelegt wurde.

 

Aschengrube 1 Limbach-Heidenhübel, Gem. Schmelz

Die Aschengrube vom Heidenhübel
Eine kleine archäologische Ausgrabung bringt Hinweise zum Totenritual des 2. Jh. n.Chr. im südlichen Hunsrückvorland.
Auf der Hochfläche zwischen den Orten Limbach, Neipel, Steinbach, Höchsten und Gresaubach wurde durch Ackerbau verstärkt römische Keramik zu Tage gefördert. Bei einer Ausgrabung stellten die Ausgräber unter der 30 cm mächtigen Ackerschicht eine 1,4 x 0,9 m große, rechteckige dunkle und 20 cm tiefe Verfärbung im Boden fest. Sie war angefüllt mit Holzkohle und fein zerscherbter, verbrannter Keramik.
Die Bearbeitung des Grubeninhaltes ergab ein weites Fundspektrum. Neben den Resten eines umfangreichen 34-teiligen Sigillatageschirrs (ausgestellt vor einer Panoramazeichnung von F. Peter) sowie weiteren Bechern, Tellern, Schüsseln, Henkelkrügen und Amphoren gelangten die verbrannten Reste von mindestens drei Bronzegefäßen (eines Handwaschservices aus Kanne und Becken sowie eine weitere Kanne) in die Grube. Zerschmolzene Glasreste von drei Gefäßen ergänzen das Gefäßspektrum. Zahlreiche Knochenscharnierteile, Eisenbeschläge und Teile des Schlossmechanismus belegen Reste eines Holzkästchens. Etwa 9,3 kg Eisennägel verweisen auf größere Holzkonstruktionen aus Brettern (bis zu 3 cm Dicke), die verbrannt wurden. Die Untersuchung der organischen Reste in der Grubenfüllung steht noch aus, jedoch scheint unter anderem eine große Zahl an Weizenkörnern im ‘Scheiterhaufenbereich’ verkohlt zu sein. Eine Analyse des verbrannten Knochenmaterials an der Universität Gießen erbrachte das Fehlen menschlicher Knochen. Es handelt sich ausschließlich um Knochen von zumeist Jungtieren (Hirsch/ Reh, Schaf/Ziege, Schwein, Vogel). Etwaige Menschenknochen wurden entweder sehr gut aus der Asche aussortiert, oder aber auf diesem Feuer ist kein Mensch verbrannt wurde.Aufgrund der teilweise gestempelten Keramik wird der Befund in die Mitte des 2. Jh. n.Chr. datiert. Die Grubenfüllung entstand nicht am Ort ihrer Deponierung, da die Asche abgekühlt in die Grube gelangte. Die Keramik kam stark zerscherbt in die Grube. Der relativ gleichförmige Grad der Zerscherbung deutet auf ein absichtliches Zerkleinern der Gefäße hin.
Die Lage der Fundstelle unweit eines Grabhügels erinnert an die Fundsituation der „Aschengruben“ im 13 km nördlich gelegenen Oberlöstern, Kr. Merzig-Wadern oder den „Aschengruben“ unter dem Grabhügel von Siesbach, Kr. Birkenfeld. Es ist also unbedingt von einem Zusammenhang des Befundes mit dem Totenritual auszugehen. Es handelt sich jedoch nicht um ein Grab, sondern allenfalls um Scheiterhaufenüberreste.
E.Glansdorp, E. Jäckel (1998)

Weitere Informationen zu diesem Thema bei:
Abegg A., Der römische Grabhügel von Siesbach, Kreis Birkenfeld, in: Trierer Zeitschrift 52, 1989, 171-278.
Glansdorp E. u. Jäckel E., Hinweise auf eine reiche kaiserzeitliche Bestattung in Höchsten (Kr. Saarlouis), in: Historischer Verein Schmelz (Hrg.), Schmelzer Heimathefte 8, 1996, 5-52.
Wigg A., Zu Funktion und Deutung der „Aschengruben“, (M. Struck (Hrg.), Römerzeitliche Gräber als Quellen zu Religion, Bevölkerungsstruktur und Sozialgeschichte), Mainz 1993, 111-116.