Geschichte des Museumsgebäudes

Die Geschichte des “Hauses am Mühlenpfad

dokumentierte eine kleine Ausstellung von Herbst 1997- Winter 1998.
Die Geschichte des Gasthauses Scherer, heute ,,Haus am Mühlenpfad”, hat sich dem Dorfe und der Region angepasst entwickelt. Neben Wohnen, sollte dieses Haus einen landwirtschaftlichen Betrieb, und eine Gastwirtschaft aufnehmen. So wurde es im Jahre 1842 geplant und verwirklicht.

Die Erbauer wußten was sie wollten, konnten aber nicht ahnen, daß ihr Konzept für mehrere Generationen Gültigkeit haben sollte. Ihr Werk wurde von Generation zu Generation weitergegeben und beherbergte ausgehend von:
a) Michel Endres und Anna Maria Groß
b) Michel Scherer und Barbara Endres
c) Michel Scherer jun. und Maria Schäfer
(zweite Ehe) Katharina Trapp
d) Alois Scherer und Rosa Johann
vier Generationen. Alle vier Generationen nützten das Haus gemäß den 3 Säulen: ,,Wohnen, Landwirtschaft und Gastronomie”.
Im Jahre 1994 wurde dieses Haus von der Gemeinde Tholey erworben und in ein Dorfgemeinschaftshaus mit Heimatmuseum umgerüstet. Die Bürger und Vereine des Ortes werden auch weiterhin hier beheimatet sein, wogegen der landwirtschaftliche Bereich in einen musealen, geschichtlichen Bereich umgewandelt ist.

Die Träger dieser Baumaßnahme waren:
Die Gemeinde Tholey, die Regierung des Saarlandes und die Europäische Union. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf ca. 2,3. Mio. DM brutto. Von dieser Summe haben die EU und die Landesregierung insgesamt 917.100 DM übernommen. Mehr als 3000 Arbeitsstunden wurden als Eigenleistung von den Bürgern des Ortes erbracht, die in der vorgenannten Summe nicht aufgenommen sind.
Am 10.10.1997 wurde dieses Haus seiner neuen Bestimmung übergeben und erhielt den Namen ,,Haus am Mühlenpfad” Kulturtreff und Heimatmuseum.
Die Ausstattung des Heimatmuseums wurde von der Interessengemeinschaft Ortsgeschichte Neipel arrangiert, die das Heimatmuseum auch pflegen und betreiben wird.
Der Minister für Umwelt, Energie und Verkehr, Professor Willy Leonhardt, der anläßlich der Einweihung des Hauses in Neipel weilte sagte bei seinem Abschied:
„Ich werde in Saarbrücken berichten, dass diese Investition gut angelegt ist“.
Ein Besuch im ,,Haus am Mühlenpfad” in Neipel wird ihnen Aufschluß über die Gegebenheiten des Hauses und seiner Einrichtungen geben.
Paul Backes

1997 – Nach dem Umbau
Das Heimatmuseum Neipel
2010

SZ Okt. 1997

Haus am Mühlenpfad

Ein Schmuckstück für die gesamte Region
Finanzielle EU-Unterstützung für das 2,3 Millionen-Projekt im Bohnental

Neipel Oh). Das ehemalige Gasthaus Scherer in Neipel erstrahlt in neuem Glanz. Nach Jahren der Planung, Aufnahme ins EU-Programin zur Förderung der Entwicklung des ländlichen Raumes” und drei Jahren Bauzeit ist das “Haus am Mühlenpfad” zu einem Schmuckstück für Neipel, die Gemeinde Tholey und die gesamte Region geworden. Es ist kürzlich als Kulturtreff und Heimatmuseum seiner Bestimmung übergeben worden. Bürgermeister Hans Dieter Frisch würdigte dabei besonders die finanzielle Ünterstützung des 2,3 Millionen-Projektes durch das Land und die EU – zusammen in der Größenordnung von annähernd einer Million Mark.

Anerkennung für die gelungene Planung und Ausführung der Maßnahme wurde dem Architekturbüro Manfred Seibert zuteil, eingeschlossen die Neipeler Dorfbevölkerung, die über 8000 Arbeitsstunden Eigenleistung investierte.

Dank und Respekt zollte Bürgermeister Frisch auch den früheren Besitzern des Hauses, der Familie Scherer, die durch ihr Entgegenkommen die Umsetzung dieses Projektes erst ermöglicht haben. “Wir können heute mit Stolz auf ein Haus blicken, das mit guter Ausstattung und Funktionalität zu einer Begegnungsstätte für die Mitbürger werden wird”, schloß der Bürgermeister.

Minister Willy Leonhardt betonte, daß Häuser dieser Art ein besonderes Qualitätsmerkmal für den ländlichen Raum darstellen und Aufgaben erfüllen, die zur Pflege und Entwicklung sozialer Strukturen unbedingt notwendig sind. Unter diesem Aspekt gratulierte der Minister dem Bürgermeister und seinen Räten für die frühzeitige und zielorientierte Umsetzung der Entwicklung in den Ortsteilen der Gemeinde.

Am kommenden Wochenende nutzt der Theaterverein Laetitia die neuen Räumlichkeiten erstmals für Theater-Aufführungen. Durch den Umbau des ehemaligen Gasthauses Scherer, das vorher die Spielstätte des Vereines war, wurde die 40jährige Theatertradition in Neipel jäh unterbrochen. Drei Jahre lang Abstinenz für Spielerinnen, Spieler und Theaterfreunde mußten überstanden werden. Jetzt stehen die Mitglieder der Laetitia voll im Probenfieber, um im “Haus am Mühlenpfad” endlich wieder ein Stück in Szene setzen zu können. Die Zuschauer dürfen gespannt sein. Zur Saisoneröffnung wird die Komodie Der Finderlohn” von Horst Weinmann dargeboten.

Feste Öffnungszeiten für das Heimatmuseum sind noch nicht geplant Ortsvorsteher Paul Backes betonte jedoch, daß die Interessengemeinschaft Ortsgeschichte Neipel bemüht sein wird, das Haus allen interessierten Personen -,zugänglich zu machen. In jedem Fall empfiehlt sich für Besucher und Gruppen eine Kontaktaufnahme mit Ortsvorsteher her Paul Backes Tel.:

1998 Sonderausstellung Nikolaus Gross, Pfarrer und Archäologe

Ausstellungsdauer: Herbst 1998 – Winter 1998
Ausstellungskonzeption: Edith- und Eric Glansdorp
Publikation:

Nikolaus Groß 

„Ich bin ein Zigeuner Gottes, viel umher­gekommen in jungen Jahren,- aus meiner Heimat im Bohnental aufs Gymnasium nach St. Wendel, aufs Seminar nach Trier, zu einer Sanitätskompanie nach Saarbrücken, bis ich meine Studien abschloß und 1920 meine Weihe empfing. 18 Jahre hatte ich Kaplan- und Pfarrstellen in der Eifel, aber nun ist mir Losheim längst zur neuen und auch liebsten Heimat geworden…“   
Der Losheimer Bürgermeister Jakob Buchheit würdigte mit einer Rede am Neujahrstag 1963 in feierlichem Rahmen die Leistungen von Pfarrer Nikolaus Groß anläßlich seines 25 jährigen Dienstjubiläums und überreichte ihm die Losheimer Ehrenbürgerschaft.

„Schlagen wir eine Brücke zurück zum 1.1.1938; zu jenem Tage, als wir unseren Herrn Pastor willkommen hießen. Niemand wußte damals, welche Pfeiler sie tragen, und welche Prüfungen Gott dem neuen Seelsorger abverlangen würde. Aber heute wissen wir es: Er lehrt uns seit 25 Jahren echte christliche Nächstenliebe, die jedem hilft und nicht einmal nach dem Bekenntnis fragt. Wir kennen seine offene, unerschrockene Art, wir wissen, wie er in Notzeiten größte Last trug, und welche Liebe er für seine Wahlheimat Losheim empfindet. Als Vorbild, als Erzieher und Freund unserer Jugend hat er sich auch in unseren Herzen ein Denkmal gesetzt. Und es gab nichts, was unser Vertrauen zu ihm auch nur einmal zum erzittern brachte …!“

N. Groß dankte der versammelten Gemeinde für die Ehrenbürger­schaft: „…Es beweist mir, daß ich im Umgang mit euren Seelen den richtigen Weg gegangen bin, und auch ihr wißt, wie ihr mit mir dran seid. Mir hat die Arbeit als Pastor stets Freude gemacht und Gott gab mir zudem die Gnade, daß ich keinen Tag in all den 25 Jahren meines Wirkens krank war. Nun ist das Band mit euch noch fester geworden. Ich bin da für alle, die „Anders­gläubigen“ nicht ausgenommen …“ (SZ 3.1.1963)
In Anwesenheit vieler hundert Losheimer Bürger wurde am 30.4.1968 Pfarrer Nikolaus Groß in den Ruhestand verabschiedet. Der damalige Ministerpräsident Dr. Franz-Josef Röder überreichte ihm für seine Bemühungen zur Sicherung des Kulturgutes das Bundes­verdienstkreuz mit folgenden Worten:

„Pfarrer Nikolaus Groß ist seit den dreißiger Jahren der prähistorischen Heimatforschung eng verbunden. Als die römische Villa „Weinheck“ bei Lebach im Jahr 1938 ausge­graben wurde, war Pfarrer Groß mit Interesse zur Stelle, verfolgte die Grabungsarbeiten und hielt die Befunde schriftlich fest. Als durch Kriegseinwirkung die Unterlagen des Konservatoramtes ver­brannten, wurden seine Auf­zeich­nungen wichtige Dokumente.

Von dieser Zeit an verfolgte Pfarrer Groß im Raum von Losheim alles, was prähistorisch von Interesse sein konnte und teilte seine Beobachtungen dem Staatlichen Konservatoramt mit. Eine seiner Hauptarbeiten waren die Ausgrabungen im Zuge des Wieder­aufbaus der kriegszerstörten Pfarrkirche von Losheim im Jahre 1948. Trotz des in der damaligen Zeit geringen Interesses an historischen Fragen erkannte Pfarrer Groß die Bedeutung des Kirchenhügels, auf dessen Durchforschung er ungeachtet von Zeitversäumnissen und anderen Beschwernissen bestand. Das Ergebnis dieser Forschungstätigkeit wurde durch Pfarrer Groß und durch Facharchäologen veröffentlicht. Es handelt sich um Waffenträger aus der Merowingerzeit, Baumsärge, römische Grabmonumente sowie Inschriften früherer Kirchen.

Seit dieser Zeit gehört Losheim zu den überörtlich wichtigen vor- und frühge­schichtlichen Plätzen. In späteren Jahren galt das besondere Interesse Pfarrer Groß‘ der näheren und weiteren Umgebung seines Heimatortes. Eingestellte Forschungs­arbeiten in den prähistorischen Grabhügeln um Losheim wurden durch ihn wieder aufgenommen und in Gang gebracht.

Im Jahre 1963 gelang es ihm, zwei spätbronze­zeitliche Grabhügel nachzuweisen. Die dem Landes­museum über­mittelten selbst ergrabenen Funde stellten die Wissen­schaft vor die bis dahin kaum für Möglich gehaltene Tatsache, daß das Hunsrückvorland bereits in der frühen Urnenfelderzeit besiedelt war. In den folgenden Jahren stellte Pfarrer Groß fortlaufend dem Landes­museum Funde und Fundberichte zur Verfügung. Er rettete Grabinventare eines zweiten Fiedhofes aus der Merowingerzeit, öffnete gemeinsam mit dem Landesmuseum in mehreren Grabungsabschnitten bedeutende frühkeltische Grabhügel in der Umgebung von Losheim. Daneben unterstützte er die Inven­tari­sierung der archäologischen Stätten um Losheim. Heute kann dieser Raum dank der intensiven Arbeit von Pfarrer Groß als der am besten erforschte Teil des nördlichen Saarlandes gelten.

In Wort und Schrift weckte Pfarrer Groß auch das Interesse für die dort vorgefundenen römischen Denkmäler. Römische und fränkische Grabmäler sind in der Krypta von Losheim ausgestellt. Bei seiner vielseitigen und beanspruchenden Tätigkeit als Seelsorger einer bedeutenden Kirchengemeinde muß es Pfarrer Groß besonders hoch angerechnet werden, daß er sich in intensiver Beschäftigung um die Sicherung des Kulturgutes seiner Heimat bemühte. Er hat sich damit besondere Verdienste erworben, die eine Auszeichnung mit dem Bundesverdienstorden rechtfertigen.“ (SZ 30.4.1968)                  

Zur Einstellung eines großen Heimatforschers der zwar den Gang der Dinge nicht aufhalten kann, aber versuchte die Geschichte in das Bewustsein einer geschichtslosen Generation zurückzubringen.

(SZ Okt. 1969)

Mit dem Schutt wanderten auch viele Erinnerungen auf die „Kippe“ – und das nicht nur in Losheim. Für die nächste Generation ist wieder ein Stück greifbare Heimatgeschichte, oder anders gesagt eine über Generationen gepflegte Überlieferung, achtlos weggeworfen worden.

Die Lebensgeschichte

In der untersten Neipeler Mühle, der Thiesenmühle, wurde am 8.3.1893 Nikolaus Groß geboren.

Blick auf die Thiesenmühle und das Haus Falk, im Hintergrund das Dorf Neipel.

Seine Eltern waren: Eltern. Anna Groß geb. Thies (1869-1944) und  Johann Matthias Groß (1864-1937).

Familie Groß mit 11 Kindern im Jahre 1914.

Familie Groß vor ihrem Wohnhaus nach dem Umzug nach Niedersaubach.

Die Ausbildung

Tante von N. Groß, Schwester Richildis mit einem Geistlichen und einem Kriegsge­fangenen im Lazarett in St. Wendel. Diese Tante war sicherlich an der Entscheidung Pfarrer zu werden beteiligt.

Besuch der Mutter in der ersten Pfarrstelle in Seesbach in der Eifel. (links) Nikolaus Groß als Sanitätssoldat. (rechts)

Ein besonderer Freund in Neipel: “Sälermichel”

Pastor Groß beschreibt ihn:

Der Säler Michel, der Schaf- und Schweinehirt, der beste und liebste Freund meiner frühesten Jugendjahre.         
Jeden Tag wenn er die Herde heimgetrieben hatte, kam er in die Mühle, nahm mich auf de Geren (= Schoß), erzählte mir von Häschen und Vögeln, und brachte mir bunte Steine mit.     
Als Pastor habe ich ihn kurz vor seinem Tod noch einmal besucht. Mit Tränen in den Augen umarmte er mich:

“Oh Bou wie bin eich so froh,  
o Nekla wie danken eich dir.”

Der Schweinehirte aus Neipel

Michael Kuhn (“Sälermichel”) Hirte in Neipel.

(1870-1947)

Elisabeth (“Sälerlies”) die Frau des Schweinehirten

Freunde in Dorf

“Bäb” – Barbara Brachmann, geb. Blug (“Bäb”)
mit Tochter Mathilde um 1914.

Barbara Brachmann, geb. Blug (1885-1979). Aufnahme um 1960.

Wie in jedem Jahre auch 1978 meine älteste Freundin, nun 92 Jahre alt.

Gottes Segen Dir und den lieben Deinen. Du 92, ich in einigen Wochen 85.

“Watt hann eich Deich dicken lewn Kerl dorem geschleft” wie eich 7 Johr alt wor – bleiben wir Bohnenthal Kinner us treu bis der Herrgott uns holt

Herzliche Grüße von Kathi besonders aber von mir

Dein Neckel

Nikolaus Groß – Ausstellung

SZ  11.11.1998
Pastor, Heimatforscher, Archäologe

Die Ausstellung in Losheim am See erinnert an Leben und Werk von Pfarrer Nikolaus Groß

Die Ausstellung “Den Ahnen auf der Spur” im Saalbau spiegelt in Wort und Bild das vielfältige Schaffen des Seelsorgers wider.

Den Ahnen auf der Spur” heißt eine Ausstellung des Vereins für Heimatkunde in Gemeinde Losheim am See e. V., die zum 21. November im Saalbau Losheim sehen ist. Sie ist dem ehemaligen Losheimer Pastor Nikolaus Groß (1938 bis 1968) gewidmet und erinnert an die drei Jahrzehnte seines Wirkens in der Pfarrei Peter und Paul Losheim. In Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft Ortsgeschichte Neipel wurde die Ausstellung vorbereitet und war bereits vor einigen Wochen in Neipel, dem Geburtsort von Pastor Groß, zu sehen.

,Einen großen Losheimer” nannte der 1.Vorsitzende des Vereins für Heimatkunde, Hubert Schommer, Pastor Groß. “Er hat ganze Losheimer Generationen geprägt und kräftige Spuren hinterlassen”, sagte Pastor Peters, und für die Beigeordnete Monika Barbknecht ist die Ausstellung “ein weiterer Mosaiksstein in der Arbeit des rührigen Heimatvereins”. Ortsvorsteher Paul Backes schilderte in einem Mundartgedicht die Heimkehr des Pastors in sein Dorf und Elternhaus, wo er Kraft in schweren Zeiten suchte. Die musikalische und gesangliche Programmgestaltung hatten der Musikverein und der katholische Kirchenchor Losheim übernommen.

Den Festvortrag hielt Bürgermeister a.D. Raimund Jakobs,. der die einzelnen Stationen des Lebens und Wirkens von Pastor Nikolaus Groß als Seelsorger, Heimatforscher und Archäologe aufzeigte. Am Neujahrstag 1938 wurde Groß in seiner neuen Pfarrei St. Peter und Paul Losheim eingeführt, zu der damals noch die Filialen Mitlosheim und Niederlosheim gehörten. Bei Ausbruch des zweiten Weltkrieges verhinderte er durch sein persönliches Auftreten und Verhandlungsgeschick zusammen mit dem Kommandeur der 79. Infanteriedivision Generalmajor Karl Strecker, die Evakuierung Losheims. Aber die schweren Jahre standen ihm und den Pfarrangehörigen noch bevor. Es waren die letzten Kriegsmonate von Dezember 1944 bis März 1945, wo Losheim durch seine strategische Lage an der Saarfront Ziel vieler Jagbomberangriffe war und ab Februar 1945 unter ständigem Artilleriebeschuß lag. In dieser schweren Zeit stand Pastor Groß den Verzweifelten und Sterbenden bei, spendete Trost hielt in den Stollen und sonstigen Fluchtunterkünften Messen und unter Einsatz seines Lebens bestattete er die Toten.

Nach Kriegsende war, sein ganzes Streben, die in den letzten Kriegstagen durch Granaten bis auf die Außenmauern und Teile des Turms zerstörte Kirche wieder aufzubauen. Beim Ausschachten wurden wertvolle archäologische Funde unter der Kirche entdeckt und konservatorisch gesichert. 1949 im November wurde die neue Hallenkriche eingeweiht, und 1953/1954 folgte der Bau des Turmes. Nach und nach wurden auch neue Glocken angeschafft. Unter seiner Leitung wurde auch die Filialkirche Mitlosheim erweitert und renoviert.

Seine Leidenschaft war die Archäologie. Die Funde unter der Kirche bewogen ihn, sie auch durch Ausgrabungen intensiv zu betreiben. In den Flurteilen Harscheid und im Großwald legte er mit freiwilligen Helfern in den sechziger Jahren etliche Grabstätten und Siedlungsspuren aus der Kelten- und Römerzeit frei. Bei der Feier seines Silberjubiläums als Pastor von Losheim wurde Nikolaus Groß zum Ehrenbürger ernannt. Mit seiner Verabschiedung in den Ruhestand erhielt er nicht zuletzt auch wegen seiner wissenschaftlichen Leistung aus der Hand des damaligen saarländischen Ministerpräsidenten Dr. Franz Josef Röder das Bundesverdienstkreuz am Bande.

In Fachkreisen war er über die Landesgrenze hinaus bekannt. Über seine Forschungsarbeiten hat der Amateurarchäologe Groß Buch geführt und mehrere Schriften verfaßt. Bei all diesem Engagement vergaß der Pastor das Priesteramt nicht. Er mobilisierte immer neue Kräfte, und durch sein geistliches Wirken und seine umgängliche Art schlug er immer neue Brücken zwischen den Menschen. Dieser große Losheimer Seelsorger fand seine letzte Ruhestätte in der Taufkapelle der Pfarrkirche, sein Wunsch ihn dort zu beerdigen, wurde ihm erfüllt.

Als langjähriger Nachbar im Altersruhesitz Hausbach hat Ludwig Schmal Pastor Groß in guter Erinnerung. Obwohl er seinen Altersitz in unmittelbarer Nähe seiner ehemaligen Pfarrei hatte, kostete ihn die Trennung von seinen ehemaligen Pfarrangehörigen viel Überwindung. Im Laufe der Jahre habe er ihn als guten Nachbarn und väterlichen Freund schätzen gelernt.

Edith Jäckel und Eric Glansdorp, Schmelz, beide Doktoranten an der Uni Saarbrücken, studieren Vor-und Frühgeschichte, Geographie und klassische Archäologie, bereiteten mit weiteren Helfen die Ausstellung vor. Edith Jäckel macht Vorschläge, wie man sich bei Bodenfunde verhalten soll, und Eric Glansdorp gab einige Erläuterungen zu der Ausstellung von Pastor Groß. Sie berichtet in Wort und Bild von dem vielfältigen Schaffen des Seelsorgers als Priester, Heimatforscher un Archäologe. Für die älteren Menschen, die Pastor Nikolaus Groß noch persönlich gekannt haben, sicherlich von Interesse.

  • Öffnungszeiten an Sonntagen von 14 bis 18 Uhr, an Werktagen nach Vereinbarung
    Tel. (0 68 72)9 10 41. GOTTFRIED SELZER

Nikolaus Groß – Ausstellung

Hochwald Rundschau Okt. 1998
Den Ahnen auf der Spur

Eine Ausstellung in Neipel befaßt sich mit Pastor Nikolaus Groß

hwr. Neipel. Am 10. und 11. Oktober wartet die Interessensgemeinschaft Ortsgeschichte Neipel mit, einer besonderen Ausstellung auf anläßlich des ersten Geburtstages des “Hauses am Mühlenpfad” in Neipel. Die Ausstellung beinhaltet den Lebensweg und das Wirken von Pastor Nikolaus Groß, der am 10. März 1893 in der Neipeler Mühle geboren ist.

,Ich bin ein Zigeuner Gottes, viel umhergekommen in jungen Jahren, aus meiner Heimat in Bohnental aufs Gymnasium nach St. Wendel, aufs Seminar nach Trier, zu einer Sanitätskompanie nach Saarbrücken, bis ich meine Studien abschloß und 1920 meine Weihe empfing. 18 Jahre hatte ich Kaplan und Pfarrstellen in der Eifel, aber nun ist mir Losheim längst zur neuen und auch liebsten Heimat geworden…aus der Rede von Pastor Groß bei Erhalt der Losheimer Ehrenbürgerschaft.

Die Ausstellung gliedert sich in den Ihemen: Nikolaus Groß und seine Familie, Nikolaus Groß Menschenfreund, Nikolaus Groß Priester, Nikolaus Groß Archäologe, Nikolaus Groß Ehrenbürger von Losheim, Nikolaus Groß Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bunde. Die Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit dem Heimat und Verkehrsverein von Losheim arrangiert, wo Pastor Groß 30 Jahr als Priester tätig war. Sie wird in das Heimatmuseum Neipel integriert und findet so einen würdigen Rahmen.

Auch Teile des Heimatmuseums werden umgestaltet und stellen so eine Bereicherung des Ganzen dar. Die Ausstellung, wird am Samstag, 10. Oktober, um 14 Uhr eröffnet und ist dann bis 18 Uhr für alle Gäste begehbar. ‘Arrt Sonntag, 11. Oktober, ist* von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Öffnungszeiten sind am Sonntag, 18. Oktober, und am Sonntag, 25. Oktober’ jeweils von 14 bis 17 Uhr vorgesehen; Gruppen je nach Vereinbarung,Tel.06888 5912. 

Die Interessengemeinschaft Ortsgeschichte Neipel setzt mit dieser Ausstellung ein weiteres Zeichen ihrer Aktivitäten und hofft, auch zukünftig präsent zu sein. Alle Freunde der Kultur- und Heimatpflege sind zu dieser Ausstellung eingeladen.

Hochwald Rundschau 2.4.1998
Losheimer Delegation war beeindruckt
Heimatverein besuchte Nikolaus-Groß-Ausstellung

zg. Neipel. Eine Losheimer Delegation des Heimatvereins unter Leitung des Vorsitzenden Hubert Schommer hat das Heimatmuseum Neipel besucht. Ortsvorsteher Backes und Mitglieder des dortigen Heimatvereins begrüßten die Losheimer Heimatforscher und führten sie mit viel Sachverstand durch ihr Museum.

Das Heimatmuseum ist in einem ehemaligen Bauernhaus mit Gaststätte untergebracht. Neben einer Ausstellung, die sich auf einen römischen Grabfund auf Neipeler Bann bezieht, und eine Leihgabe des Landeskonservatoramts Saarbrücken ist, sind im ehemaligen Stall- und Scheunen-Bereich landwirtschaftliche Geräte und Maschinen untergebracht. Von besonderem Interesse ist ein Sauerkrautbottich (“Kappesbitt”), der aus einem Sandsteinblock herausgehauen ist.

Ein Teil der landwirtschaftlichen Ausstellungsgegenstände bezieht sich auf die Entwicklung der Imkerei. Im Wohnbereich sind einige Räume historisch rekonstruiert eingerichtet:, die Küche, Eß-, Wohn- und Schlafzimmer sowie ein Büro’. Ein Teil des Gebäudes im oberen Stockwerk wird für kulturelle Veranstaltungen genutzt, im unteren Stockwerk ist eine Gaststätte mit einem Clubraum untergebracht. Die Losheimer Delegation war von der Konzeption des Heimatmuseums sehr beeindruckt, zumal das Museum nur von freiwilligen
Helfern eingerichtet wurde und betreut wird.

Zu Beginn der Führung durch das Museum ging Ortsvorsteher Backes auf die Geschichte des Ortes Neipel ein. Neipel gehörte zur Abtei Tholey und zu dessen Schirmvogtei, dem Amt Schaumburg, das bis 1787 lothringisch war, von 1787 bis 1792 zu Pfalz-Zweibrücken gehörte, dann ab 1792 unter französischer Herrschaft bis zum Ende der napoleonischen Ära stand. Edel- und Halbedelsteinfunde, die auf Neipeler Gebiet gemacht wurden, mußten zu einem großen Anteil an Lothringen abgegeben werden.

Glanzdorp, Student der Vor- und Frühgeschichte, hatte im Raum Neipel Ausgrabungen
durchgeführt. Er referierte über die römischen Ausgrabungen. in Neipel anhand der ausgestellten Leihgaben des Landeskonservatoramtes Saarbrücken. Es handelte, sich dabei um Funde aus einer Brandbestattung. Beim Pflügen wurden Scherben entdeckt. Historisch -interessierte Freiwillige gingen den Funden nach, gruben unter Anleitung von Mitarbeitern des Landeskonservatoramtes und entdecken eine Brandbestattung aus römischer Zeit.
Neipel ist der,Geburtsort von Pfarrer Nikolaus Groß, der von 1939 bis 1968 Pfarrer von Losheim war. 1963 wurde er wegen seiner Verdienste um die Archäologie und Heimatkunde zum Ehrenbürger der Gemeinde Losheim ernannt und erhielt für seine
Verdienste 1968 bei seinem Abschied in den Ruhestand das Bundesverdienstkreuz von Ministerpräsident Dr. Franz Josef Röder überreicht.
Wie der Ortsvorsteher betonte, ist es ein Anliegen, eine Ausstellung über Nikolaus Groß in Neipel zu machen , die das Leben und Wirken des Pfarrers, Archäologen und Heimatforschers zum Inhalt haben soll.

Der Verein für Heimatkunde in der Gemeinde Losheim am See sieht in dieser Ausstellung einen wertvollen Beitrag, den Losheimer Ehrenbürger Nikolaus Groß für seine Verdienste zu würdigen genau 60 Jahre nach seinem Amtsantritt als Pfarrer von Losheim am 1. Januar 1938. Es ist daran gedacht, dem verdienten Archäologen und Heimatforscher in diesem Jahr auch seine Ausstellung in Losheim zu widmen.

Nikolaus Groß

SZ 7.10.1998
Erinnerungen 

Neipel (red). Zum ersten Jahrestag der Eröffnung des Museums “Haus am Mühlenpfad” hat die Interessengemeinschaft Ortsgeschichte eine besondere Ausstellung organisiert. Am Samstag und Sonntag 10. und 11. Oktober, werden Lebensweg und Wirken von Pastor Nikolaus Groß gezeigt. Der Priester und Archäologe wurde am 10. März 1893 in der Neipeler Mühle geboren und war 30 Jahre als Priester in Losheim tätig. Geöffnet ist samstags von 14 bis 18 Uhr und sonntags von zehn bis 18 Uhr.

Museums-Schlafzimmer

Ein Bett zum Wohlfühlen – doch nur für kleine Leute – bei einer Bettlänge von 1,80 m.
In diesem Raum mit einem vollständigen Schlafzimmerensemble aus der Zeit um 1880 erläutert Ihnen Gundina Backes die Tracht unserer Heimat im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Vom Zylinder bis zum Leinenschlafrock. Von der Gardeuniform bis hin zu der prakischen Unterwäsche der Vorkriegszeit.