Geschichten um Lebacher Eier und Schmelzer Eisen

Historischer Verein Schmelz e.V. und Verein zur Erhaltung der Bettinger Mühle e.V
Diavortrag
Geschichten um Lebacher Eier und Schmelzer Eisen
in der Bettinger Mühle, Schmelz am Donnerstag15.11.2001 um 19.30 Uhr
von E. Glansdorp

Der erste Teil des Vortrages informiert über die landschaftlichen Verhältnisse zum Zeitpunkt der Entstehung der Toneisensteinkongretionen, die allgemein in der Literatur unter dem Namen „Lebacher Eier“ Eingang fanden.
Doch die Lebacher Eier boten mehr als nur ihr Eisen. Oft zerbrachen die Knollen so, daß im Inneren ein Fossil an Licht kam. Genau diese versteinerten Überreste von Pflanzen und Tieren sind der Grund ihrer Berühmtheit weit über die Grenzen unserer Heimat hinaus.
Welche Tiere und Pflanzen lebten vor 280 Mill. Jahren im Schmelzer Raum? Wie gelangten sie in die Lebacher Eier? Alles Fragen auf die der Vortrag Antworten geben wird.   Seit wann gibt es Eisenverhüttung in unserem Raum? Wie sahen jene einfachen Öfen aus, die in keltischer Zeit hier gebaut wurden? Wie mühsam war es einen schmiedbaren Eisenbarren zu gewinnen?
Wann gelang es in unserer Region das Eisen flüssig aus dem Ofen in vorgefertigte Formen zu giessen? Welche technischen Neuerungen waren gegenüber der Römerzeit entdeckt?
So verfolgen wir die 2500 jährige Eisenverhüttungsgeschichte im südlichen Hunsrückvorland bis hin zu den großen technischen Umwälzung die das Ende des Mittelalters auch für die Eisenverhüttung brachte.
Welche Probleme durch den Anstieg der Eisenproduktion entstanden und wie man diesen im frühen 18. Jh. begegnete wird den letzten Teil des Vortrages beherrschen.
  Warum wurde die Bettinger Schmelze 1720 gegründet? Welche technischen Neuerungen führten 1869 zu ihrer Schließung?
  Sind Sie an den Antworten interessiert, dann kommen Sie zum Vortrag.
Rund 60 Besucher besuchten die Veranstaltung und lieferten interessante Diskussionsbeiträge im Anschluß an die Veranstaltung. Vielen Dank an das Publikum und die Gastgeber vom Historischen Verein Schmelz und dem Verein zur Erhaltung der Bettinger Mühle sowie Herrn Alexander Weinen für die Organisation und Medienarbeit.

Rund 60 interessierte Besucher folgten der einstündigen Veranstaltung. –
Vielen Dank für Ihren Besuch
Eric Glansdorp.

Goldbacher Kopf

Etwa 1970 fand Herr Geier bei Umbauarbeiten unter einer alten Sandsteinmauer einen ca. 19 cm hohen Kopf aus brauem Sandstein. Verschiedene Experten datieren das Stück ins 12. Jahrhundert.

Es handelt sich um die Figur eines Klerikers, da am Hinterkopf eine Tonsur ausgearbeitet wurde.

R. Schmitt zeigt eine mögliche Verbindung auf zu einer bis heute nicht lokalisierten Kapelle in Schmelz-Goldbach.

Wir freuen uns, dieses in Privatbesitz befindliche mittelalterliche Kunstobjekt mit der Ausstellung „Archäologische Spuren des Mittelalters“, erstmals einem breiten Publikum präsentieren zu können.

Mehr Infos darüber bei:

  Reiner Schmitt, Der Goldbacher Kopf, in: Schmelzer Heimathefte Nr.6, 1994, S.107-114.

Lohe

Nur wenig erinnert momentan im Museum noch ans Lohe machen. – Ein Lohschlüssel, den kaum ein Besucher erkennt, eine etwas in die Jahre gekommene “Hepp”. Doch genauer hingeschaut sieht man: Oh ha! Die ist ja frisch geschliffen! Damit wird “geschafft”!
Im Mai wird Lohe gemacht. So entschlossen wir uns im Mai 2000 am Internationalen Museumstag das Lohemachen in den Mittelpunkt dieses Aktionstages zu stellen und den Auftakt zu einer Loheausstellung zu geben. Mit vielen Besuchern, dem “Aktuellen Bericht” und natürlich in Zusammenarbeit mit dem Eiweiler Heimatforscher und Lohe-Spezialist Viktor Heck wagten wir die Vorführung des Lohemachens im Museum.
Loheausstellung 21.5.-8.6.2000

Foto zur Verfügung gestellt von V. Heck. Lohschleißen bei den Eiweiler Lohheckentagen

1999 Sonderausstellung römerzeitliche Mineralmühle

Ausstellungsdauer: Mai 1999
Ausstellungskonzeption: Edith Jäckel, und Eric Glansdorp
Publikation:

Vom 20.-21.5.1999 fand im Auftrag von Erwin Jäckel aus Schmelz-Limbach in Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft Ortsgeschichte eine archäologische Ausgrabung in Neipel statt. Grabungsleitung Edith Jäckel.
Entdeckt wurde eine rechteckige mit Asche gefüllte Grube, die etwas römerzeitliche Keramik enthielt und einen intakten Mineralmahlstein, der umgedreht in einer Amphorenhälfte lag.

1999 Sonderausstellung Römische Dachziegel mit Eindrücken

Ausstellungsdauer: Frühjahr 1999 – Sommer 1999
Ausstellungskonzeption: Edith- und Eric Glansdorp, Reiner Schmitt
Sammlung R. Schmitt
Publikation:

Ausstellung mit römerzeitlichen Dachziegeln, die Stempelabdrücke, Grafitti und “Trittsiegel” aufweisen.


Eine weitere auffallende Erscheinung sind die sog. “Trittsiegel”, d.h. Abdrücke von Menschenfüßen oder Tierpfoten oder -hufen. …
Aber auch herumstreunende Hunde und Katzen haben ihre Trittspuren hinterlassen, ebenso Ziege, Schaf und Hühnervögel, gelegentlich auch Wildtiere wie Reh, Fuchs, Marder u.s.w. Von allen Tierfüßen sind die Abdrücke von Hundepfoten bei weitem in der Überzahl, häufig sind es sogar Doppelabdrücke. ….

In der römischen Mythologie sind den Göttern vielfach Tiere als Angehörige ihres Machtbereiches zugeordnet; ihre Spuren galten als Zeichen ihrer unsichtbaren Gegenwart. Dem Apollo z. B. war die Ziege zugeordnet, dem Merkur der Hahn, aber auch der Bock, dem Mars das Schaf.
Der Wachhund war ständiger Begleiter der Laren. Die Laren galten als gute Geister des bäuerlichen Anwesens und als Beschützer der Feldflur. Das Lararium, eine Art kleine Hauskapelle, war selbstverständliche Einrichtung in jedem bäuerlichen Gehöft So wundert es nicht, wenn ein einfacher Fußabdruck, z. B. die Hundepfote, die Anwesenheit des stets wachsamen Hofhundes signalisierte und so eine gewisse “Abwehr” böser Mächte bewirken sollte.
Möglicherweise hat man aus diesem Grunde beispielsweise einen oder mehrere Hunde absichtlich über die am Boden zum Trocknen ausgelegten Ziegel laufen lassen.
Dieses abergläubische Brauchtum ließ sich auch bei uns bis vor etwa einer Generation noch beobachten, wenn z. B. beim Betonieren des Stallbodens über den noch nicht getrockneten Estrich ein Hund “gejagt” wurde. Diese Beschädigung durch die Hundepfoten wurde nicht mehr ausgebessert und blieb immer sichtbar…. (R. Schmitt, 1998)

Mühlen-Geschichte

Mühlen in Neipel
Zwei Mühlen wurden vom Wasser des Talbaches angetrieben.

„Item fall end uns sechs Gänß von dem Wassergang zu der Mühlen zu Neupel und gibt der Müller zu Weihnachten ferner Weisung fünf Shilling.” (BA Trier)
Mit diesem Abgabenbeleg aus dem Jahre 1357 ist bewiesen, daß damals schon eine Mühle in Neipel existierte.
Wann diese Mühle erbaut wurde und wer sie erbaut hat, ist nicht bekannt. Bei dieser Mühle handelt es sich um die obere Neipeler Mühle, später Theles Mühle genannt. Der letzte Mühlstein aus dieser Mühle mit einem Gewicht von ca. 750 kg ist im Museum ausgestellt.

Die untere Neipeler Mühle, früher Trauten Mühle, später Thiesen Mühle genannt, wurde von Johann Draut, (auch Traut geschrieben) erbaut.
Johann Traut stammte aus der oberen Neipeler Mühle. Am 17. November 1698 erhielt er von der Abtei Tholey die „Vergünstigung in Neipel eine Mahlmühle zu erbauen. Die Abtei macht zur Bedingung, daß er die Mühle auf seine eigenen Kosten errichten müsse, sie in einen guten Stand bringen müsse mit allem was zu einer Mühle gehört und daß jährlich zwei Königs- oder Speziesthaler entrichtet werden müssen, angefangen an Martini 1699, ganz gleich ob die Mühle errichtet sei oder nicht.
In diesem Akt heißt es weiter: „Begeb sich auch: da Gott vor sei: daß diese Mühle durch Krieg oder andere Weiße verbrennt, ruiniert oder durch der Beständt undt der ihrigen nachlässigkeit Verwahrlost würde, daß sie in abgang käme, so sollen sie selbige auf ihre Kosten, ohne unsres Gottes Hauses zu tun reparieren und wieder in eine guten Stand bringen”.
Obwohl Johann Draut die Mühle auf eigene Kosten errichtete, konnte er sie nicht ohne Einwilligung der Abtei verkaufen.

Grundherr der Neipeler Mühlen war die Abtei Tholey. Sie bestimmte wann und wo eine Mühle gebaut werden konnte. Die Neipeler Mühlen waren keine Bannmühlen.

Der letzte Müller in der oberen Mühle starb am 27.01.1933. Sein Schwiegersohn, mahlte nur noch nebenberuflich. Besonders während und nach dem letzten Krieg konnte er noch vielen Menschen helfen.
Der letzte Müller in der unteren Mühle war Matthias Jäckel. Diese Mühle war bis 1962 in Betrieb. Dann endete eine über 600-jährige Mühlengeschichte in Neipel.
P. Backes (1998)