Thermen unter der Tholeyer Abteikirche

Vortrag 06.06.2002

holeyer Wochenzeitung – Ausgabe 24/2002
Interessante Vorträge über römische Badeanlage
und Gräberfeld irn Bereich der Tholeyer Abtei
Edith Jäckel und Dr. [des.] Peter Buwen referierten im Rathaussaal

Die Römer und ihre Kultur haben im historischen Tholey viele Spuren hinterlassen. In jüngster Zeit bemüht man sich verstärkt darum, diese Vergangenheit wissenschaftlich aufzuarbeiten. Eine Vortragsreihe über historische Themen, die das Kulturamt der Gemeinde initiiert hat und in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsverein 1882 und dem Historischen Verein Tholey durchführt, gibt der Bevölkerung die Möglichkeit, an diesen Erkenntnissen teilzuhaben. Bisher waren alle Vortrage innerhalb dieser Reihe außerordentlich gut besucht. So auch die Veranstaltung im Rahmen des Jubiläums “700 Jahre Abteikirche Tholey” am vergangenen Donnerstag, bei der der Sitzungssaal bis auf den letzten Stehplatz besetzt war. Referenten waren die Archäologen Edith Jäckel und Dr. Peter Buwen. Die Themen des Abends waren die Thermen von Tholey und die 2001 im Rahmen einer Notgrabung entdeckten mittelalterlichen Grabfunde, Verbindendes Element der beiden Referate war der Fundort: das umfeld der Abteikirche Tholey. Edith Jäckel begann mit den Erläuterungen zu dem römischen Bad, dessen Überreste unter der Abtei gefunden wurden. Anfang des 20. Jahrhunderts fanden die ersten Grabungen statt. Die Erkenntnisse, die aus diesen Funden stammten, wurden durch weitere Grabungen im Laufe der Jahre verbessert und erweitert. Edith Jäckel fasste die bisherigen Befunde zusammen und stellte sie in einen Zusammenhang mit ähnlichen Ausgrabungen.
Bei den Römern hatte die Badekultur eine große Bedeutung, so Edith Jäckel. Dabei erfüllten die Bäder neben ihrer der Hygiene und Körperpflege dienenden Bestimmung insbesondere auch gesellschaftliche und kulturelle Aufgaben, ja sie wurden zu wichtigen Zentren des öffentlichen Lebens. In den großen öffentlichen Bädern gewährleisteten neben dem eigentlichen Bodetrakt Laden, Gastronomie, Sportanlagen oder Einrichtungen des Gesundheitswesens ein breites Unterhaltungs und Dienstleistungsangebot.
Zur Grundausstattung eines römischen Bades, sei es nun ein öffentliches oder aber ein privates, gehörten neben einem Umkleideraum (apodytenum) ein Heissraum (caldarium), ein lauwarmer Raum (tepidarium) sowie ein kühler Raum (frigidarium), wobei sich in den verschiedenen Räumen jeweils entsprechend temperierte Wasserbecken oder wannen befunden haben. Der Badegast begab sich, nachdem er sich umgezogen hatte, zunächst ins frigidarium, dann zur Akklimatisierung ins tepidarium um sich schließlich in den Wannen des Heissraums zu entspannen. Danach kühlte er sich im Kaltwasserbecken des frigidariums ab. Je nach Ausstattung des Bades hatte man außerdem die Möglichkeit, sich massieren zu lassen oder in einer Art Sauna (sudatorium) tüchtig zu schwitzen.
Edith Jäckel versuchte anschließend die Bedeutung der Tholeyer Thermen zu bestimmen, sie verglich dabei die Ausmaße des Tholeyer Bades mit denen anderer bekannter Bäder. Sie kam dabei zu dem schluss, dass die Tholeyer Bodeanlage auf Grund ihrer Größe kein rein privates Bad gewesen sein konnte, sondern ein öffentliches Bad, das von den Ausmaßen größer war als das in Reinheim/Bliesbrück gefundene Bad, aber kleiner als die Thermen in Trier. Sie folgerte daraus, dass das Bad in Tholey mit städtischen Anlagen zu vergleichen sei, was für die Bedeutung Tholeys als ländlicher Hauptort spricht.
Dr. Peter Buwen berichtete über seine Notgrabung, die nötig wurde, nachdem Ende Oktober 2001 östlich der Abteikirche in Tholey bei Baggerarbeiten zur Kanalverlegung, Gröber von bis dahin unbekannter Herkunft aufgedeckt wurden. Die erste Fachfrau vor Ort war Edith Jäckel, der es zu verdanken ist, dass die beiden zunächst entdeckten Gräber, vor dem Zugriff durch den Bagger, gerettet und dokumentiert werden konnten. Daraufhin wurde Dr. Peter Buwen durch das Staatliche Konservatoramt mit der wissenschaftlichen Untersuchung der übrigen Gröber im Baggerschnitt, sowie mit der weiteren denkmalpflegerischen Beaufsichtigung der Kanalverlegungsarbeiten beauftragt. In relativ kurzer Zeit und unter schlechten Wetterbedingungen wurden ein Gräberfeld von 11 Gräbern, die allerdings nicht alle vollständig ergraben wurden, entdeckt. Bei diesen Gräbern handelt es sich um christliche Gröber, deren Alter nur sehr ungenau zu bestimmen ist, weil christliche Gröber auf Beigaben verzichten. Das Alter dieser Grabfunde ist irgendwo in der Zeitspanne zwischen dem 8. Jahrhundert und dem 16. Jahrhundert nach Christus anzunehmen. Wobei die Gröber mehrmals belegt wurden. Deshalb ist es möglich, dass dieses Gräberfeld bereits mit der ersten Kirche, der GrimoKirche angelegt wurde.
Der nächste Vortrag innerhalb dieser Reihe findet am Donnerstag, 19. September, 19.30 Uhr in der Abteikirche statt. Dr. FranzJosef Reichert wird über Kuno von Pfullingen und Tholey referieren.

Ausstellung und Gesang 2000

Malerei Lore Michely

Gesang Claudia Weinsberg

Das Heimatmuseum im Haus am Mühlenpfad in Neipel platzte aus allen Nähten, als dort am vergangenen Freitag die Veranstaltung “Malerei und Gesang” stattfand. Fast 100 Besucher waren gekommen, um die Vorstellung von Hannelore Michely und Claudia Weinsberg zu erleben. Die beiden Neipeler Bürgerinnen demonstrierten ihr kreatives Können bei dieser Veranstaltung, die im Rahmen der Reihe “Frauen aus Tholey stellen sich vor” die die Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Frauenbeauftragten organisierte. Frauenbeauftragte Maria Kasper eröffnete im ersten Teil die Ausstellung von Hannelore Michely Unter dem Motto “Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte” nach einem Zitat von Antoine de Saint -Exupe’ry zeigt sie mehr als 40 Ölbilder, die die Summe ihrer künstlerischen Entwicklung in den letzten 8 Jahren darstellen. “Hannelore Michely stellt zum ersten Mal aus” berichtete Maria Kasper und begrüßte den Mut, die gelungenen Arbeiten zu zeigen. Mit kräftigen Pinselstrichen hat die Neipeler Hobbykünstlerin Landschaften und Stilleben festgehalten, die in ihrer künstlerischen Konzeption stimmig sind und nicht nur die Gegenstände und Ansichten abbilden. Das Museum bildet einen idealen Rahmen für diese Ausstellung urteilten die vielen interessierten Besucher, zu denen auch Bürgermeister Hans-Dieter Frisch und Ortsvorsteher Paul Backes gehörten.

Nachrichtenblatt Tholey Ausgabe 14/2000

Neipeler Hobbykünstler sorgten für volles Haus

Das Heimatmuseum im Haus am Mühlenpfad in Neipel platzte aus allen Nähten, als dort am vergangenen Freitag die Veranstaltung “Malerei und Gesang” stattfand. Fast 100 Besucher waren gekommen, um die Vorstellung von Hannelore Michely und Claudia Weinsberg zu erleben. Die beiden Neipeler Bürgerinnen demonstrierten ihr kreatives Können bei dieser Veranstaltung, die im Rahmen der Reihe “Frauen aus Tholey stellen sich vor” die die Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Frauenbeauftragten organisierte. Frauenbeauftragte Maria Kasper eröffnete im ersten Teil die Ausstellung von Hannelore Michely Unter dem Motto “Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte” nach einem Zitat von Antoine de Saint -Exupe’ry zeigt sie mehr als 40 Ölbilder, die die Summe ihrer künstlerischen Entwicklung in den letzten 8 Jahren darstellen. “Hannelore Michely stellt zum ersten Mal aus” berichtete Maria Kasper und begrüßte den Mut, die gelungenen Arbeiten zu zeigen. Mit kräftigen Pinselstrichen hat die Neipeler Hobbykünstlerin Landschaften und Stilleben festgehalten, die in ihrer künstlerischen Konzeption stimmig sind und nicht nur die Gegenstände und Ansichten abbilden. Das Museum bildet einen idealen Rahmen für diese Ausstellung urteilten die vielen interessierten Besucher, zu denen auch Bürgermeister Hans-Dieter Frisch und Ortsvorsteher Paul Backes gehörten.

Den zweiten Teil bestritt Claudia Weinsberg, die mit dem Spektrum der ausgewählten Stücke die Vielseitigkeit und Ausdrucksstärke ihrer Stimme unter Beweis stellte. Sie begann mit ruhigen, leisen Liedern von Bach und Mozart. Viel Beifall bekam sie auch für ihre Interpretation des Vilja-Liedes aus der “Lustigen Witwe” von Franz Lehar und endete im “My Way” von Frank Sinatra. Claudia Weinsberg singt bereits seit ihren Kinderjahren und ist Mitglied in mehreren Chören. Ortsvorsteher Paul Backes dankte der Gemeinde Tholey für die gelungene Veranstaltung. und lud die Gäste zu einem Rundgang durch das Museum ein, was auch rege genutzt wurde.

Die Ausstellung von Hannelore Michely ist bis zum 1. Mai sonntags von 15 bis 18 Uhr im Museum im Haus am Mühlenpfad zu sehen.

2001 Entdeckertour auf die Birg

Mit Manuel, Tim und Alexander auf Erkundungstour zur Birg bei Schmelz-Limbach im Frühjahr 2001.

Auf dieser keltischen und spätrömisch-frühmittelalterlichen Burganlage treiben immer wieder Schatzsucher ihr Unwesen. Auch wir fanden wieder ein frisch gegrabenes etwa 50 cm tiefes Loch eines Detektorgängers, der wieder einmal einen Teil der Limbacher Geschichte gestohlen und Bodendenkmäler für immer zerstört hat.

Unsere Tour führte über die Wälle und die Toranlagen und fand schließlich in einem heftigen Gewitterregen ein jähes Ende.

2001 Schüler-Expedition

13. Juni 2001

Expedition zu Scheuerner Halbedelsteinen

mit Unterstützung der Grundschule Scheuern, Klasse 3 – Lehrerin Frau Scholl

Vorgeschichte

In den letzten Jahren konnten wir im alten Archiven Schriftstücke entdecken, die auf historischen Abbau von Halbedelsteinen bei Scheuern hinweisen. Doch wo wurden diese abgebaut, wo standen die Häuser der Arbeiter? Waren es Menschen der Steinzeit, die Kelten oder Römer oder waren es unsere Ur-ur-urgroßeltern? Da weder das genaue alter der Bergbauspuren noch die Art der gewonnenen Steine bekannt sind, haben wir beschlossen, eine Expedition in diesen Raum durchzuführen. Frau Scholl von der Grundschule Scheuern hat signalisiert, daß ihre Klasse bereit wäre dieses Unternehmen zu unterstützen.
Ziel der Expedition ist es, zu klären, welche Steine in diesem Bereich gewonnen wurden und alle Hinweise aufzuspüren und zu dokumentieren, die einen Anhaltspunkt auf das Alter dieses Bergbaus geben.

Planung

Die Erkundung des Raumes war jedoch aufgrund des unwegsamen Geländes nur zu Fuß möglich. Da teilweise schwieriges Gelände zu durchqueren war, sollte nur das notwendigste an Gepäck mitgenommen werden. Die Ausrüstung der Teilnehmer bestand aus:
festem hohem Schuhwerk (z.B. Wanderschuhe)
ein Paar Ersatzstrümpfe
lange Hose – die verschmutzt werden kann
leichte Jacke (wetterabhängig)
leichter kleiner Rucksack – keine Schultertasche
kleiner Block und Bleistift
Da für die vorgesehenen Erkundungsarbeiten verschiedenes Arbeitsgerät von den Teilnehmern mitzuführen war, mußte auf eine effektive Verpflegung geachtet werden. Mitzuführen sind von jedem Teilnehmer
2 x 1Liter Plastikflaschen gefüllt mit frischem Leitungswasser, das sowohl als Getränk als auch als Arbeitsmaterial verwendet werden kann. Auf die Mitnahme von zuckerhaltigen, teehaltigen und kohlensäurehaltigen Getränken mußte mit Rücksicht auf das Gepäckgewicht verzichtet werden.
3-4 Butterbrote. Auf die Mitnahme von Müsli- oder Schokoladenriegel, Brauseprodukten, Kaugummis, Chips, Salzstangen und ähnlichen Produkten, die zu einem überhöhten Durstgefühl führen, war aufgrund des begrenzten Trinkwasservorrates unbedingt zu verzichten.
Da während der Expedition Gesteinsproben und Pflanzenproben genommen werden mußten sollte jeder Teilnehmer 2 stabile Plastiktüten oder Vergleichbares mitführen, sowie 5 Zeitungsblätter. Desweiteren eine stabile Plastikschachtel (z.B. der Fa. Tupper o.ä.), die auch als Teller verwendet werden konnte, sowie einen Suppenlöffel, eine Gabel und ein stabiler Plastikbecher.
Neben diesen Gemeinschaftsaufgaben übertrug die Expeditionsleitung bestimmte Aufgabenbereiche an einzelne Teilnehmer. Frau Scholl obliegt als stellvertretende Expeditionsleitung die Auswahl und die Einführung in spezielle Aufgaben.
Benötigt wurden:
2 Erdkundler, die besondere Fähigkeit im Zeichnen besitzen. Sie sollen während der Expedition eine Karte des durchquerten Bereiches, sowie Fundstellen und Besonderheiten festhalten. Diese bringen jeweils einen karierten Block, bunte Holzstifte, Bleistift, Radiergummi und Bleistiftspitzer mit.
2 Geologen. Ihre Aufgabe ist die Entnahme von Boden- und Gesteinsproben. Diese bringen der eine einen kleinen Hammer und der zweite einen Klappspaten mit.
2 Biologen. Ihre Aufgabe ist das einsammeln außergewöhnlicher Pflanzen zur späteren Bestimmung. Sie bringen ein Taschenmesser und eine Rolle Butterbrottüten zur Verwahrung der Proben mit.
2 Kundschafter. Einer bringt ein Fernglas mit, einer eine Lupe.
2 Fotographen. Ihre Aufgabe ist es während der Expedition in Bildern zu machen. Sie bringen je einen Fotoapparat oder wenn gewünscht, eine Videokamera mit.
4 Köche. Ihre Aufgabe ist die Herstellung eines gemeinsamen Mittagessens.
1 Medizingehilfe. Seine Aufgabe ist das Mitführen notwendigsten Medizinischen Materials, wie Pflaster, Mückenstichsalbe …
5 Gehilfen der Expeditionsleitung. Sie übernehmen ständig wechselnde Aufgaben.

Bericht

Bei strahlendem Sonnenschein wurden bereits auf der Wegstrecke Quellen erforscht, Felsen erklommen, Fuchsbauten entdeckt. Wir bahnten uns den Weg durch Dornengestrüpp, über Bäche und durch Mannshohe Gräser um endlich in die Bergwerksregion vorzudringen.

Die Expeditionsleitung
Edith Jäckel, Eric Glansdorp

Feuerwehrgeschichte

Internationaler Museumstag am 20.5,2001 – Schwerpunktthema Feuerwehr

Im Mittelpunkt standen Vorführungen der freiwilligen Feuerwehr Löschbezirk Scheuern an historischen Löschfahrzeugen die eigens für diesen Tag wieder Instand gesetzt und aktiviert wurden. Gefilmt von einem Fernsehteam von “Fahr mal hin” kamen Jung und Alt beim Löschen auf ihre Kosten.

Die Interessengemeinschaft Ortsgeschichte Neipel lädt zum Museumstag am Sonntag, 20. Mai, zu einer zusätzlichen Attraktion im Heimatmuseum in Neipel ein. Unter dem Motto “Historischer Brandschutz” bietet der Verein eine Reihe historischer Besonderheiten an. Tragbare Spritzen, handgezogene Pumpen, wie auch eine mit dem Gespann zu transportierende Wagenpumpe werden von aktiven Feuerwehrleuten präsentiert und vorgeführt. Auch historische Uniformen und Kleinzubehör zählen zur Aufrüstung. Um den Unterschied zur heutigen Brandschutzbekämpfung zu demonstrieren, wird auch ein modernes Feuerwehrfahrzeug vor Ort sein.

Mit Muskelkraft, die Geschichte angezapft.
(Saarbrücker Zeitung WND, 22. Mai 2001)

Alte Feuerwehrspritzen waren die Attraktion in Neipel – Zum Tag des Museums Tore geöffnet
Neipel (nat). Das machte den Feuerwehrmännern in Neipel so richtig Spaße Bei schönstem Sonnenschein mit einer 140 Jahre alten Handpumpe Wasser spritzen. Drei alte Feuerwehrpumpen. hat die Gemeinde Tholey dem Neipeler Heimatmuseum”Haus am Mühlenpfad” geschenkt. Und diese wurden erstmals anlässlich des internationalen Tags des Museums der Öffentlichkeit wieder vorgeführt. Nicht nur für die aktiven Feuerwehrleute, nein auch für alle Zuschauer und vor allem für die Kinder war es ein Vergnügen. Denn diese Geräte müssen mit der Hand bedient werden, von zwei oder mehreren Männern angepumpt – wenn das nicht in die Oberarme geht. 100 Jahre alt ist der große Spritzwagen, der 1900 noch der damaligen “Stadt Tholey” gehörte.

Er fasste immerhin schon 650 Liter Wasser, während sein Vorgängermodell, das runde 140 Jahre auf dem Buckel hat, nur zirka 350 Liter fassen konnte. Einfüllen mussten die Brandschützer das Wasser mit kleinen Eimern. Anstatt Feuerlöschern gab es damals in jedem Haus einen Ledereimer mit Wasser, der für den Brandfall bereitstehen musste. Doch was nützte es? “1870 verbrannten in Neipel elf Häuser. Das war praktisch das halbe Dorf”, erzählt Ortsvorsteher Paul Backes, gleichzeitig der Vorsitzende der ;,Interessengemeinschaft Ortsgeschichte”. Feuerwehrhelme aus.den verschiedensten Ländern sowie Modellautos ergänzen den neuesten Ausstellungsteil des Museums in Neipel. Wer sich bei einer Tasse Kaffee und einem traditionellen Stück Kuchen von der “Spritztour” erholt hatte, konnte sich im Museumsinneren von den ehrenamtlichen Heimatforschern erklären lassen, wozu dieses oder jenes seltsame Werkzeug früher gebraucht wurde.

Adelheid Junker, Lehrerin, beherrscht noch heute das, Spinnen und zeigt (e bis zum Jahr 2000), wie es von der Pflanze zum Bettüberzug kommt. Gundina Backes, -Hausfrau, zeigt mit Stolz die gut bestückten Schränke des Schlafzimmers und der “gudd Stubb”. Auch ein komplettes Büro mit Karteikastenschrank ist aufgebaut. “Hier Ist noch ein Geheimfach”, verrät sie und zieht einen unsichtbaren Schub aus dem Schrank. Auch erklärt sie die alte Mangel, ein neuer Museumserwerb, und gibt gerne professionelle Tipps für das Wäscheglätten und – bügeln. “Aber die heutigen, kleinen Mangeln kommen an diese alten, Holzmangeln qualitativ nicht heran”, schwört Backes.

Edith Jäckel und Eric Glansdorp, Studenten der Vor- und Frühgeschichte, verdankt das “Haus am Mühlenpfad’ die Wechselausstellungen zur Geologie und Archäologie. Seit Januar stehen dort mittelalterliche Fundstücke im Mittelpunkte Plakate erklären,’ wo die einzelnen Teile gefunden wurden: Burg Dagstuhl sowie die Burgen in Limbach und in Schmelz-Bettingen sind mittelalterliche chen Ursprungs. “Wir haben das Mittelalter schon etwas weiter gefasst, nämlich von 500 bis 1500 etwa”, erklärt Jäckel, die zur Zeit in Vor- und Frühgeschichte promoviert. Und weiter sagt sie: “Alle Ausstellungsstücke sind Leihgaben – von Heimatforschern und Heimatmuseen – und sie stammen aus der Gemeinde Tholey, aus Schmelz und auch aus der Stadt Wadern!”

Besonderer Anlass dieser mittelalterliehen Ausstellung ist dass vor kurzem eine Goldmünze aus dieser Epoche gefunden, wurde. Andere Kleinode wie Ofenkacheln, Hufeisen, Broschen und Nadeln zeigen Details des Alltags in einer der dunkelsten Perioden der menschlichen Geschichte. Ein besonderes Kleinod ist der Kopf einer Heiligenfigur aus Schmelz-Goldbach. “Hier haben wir Scherben aus verschiedenen Wüstungen’, führt Jäckel die Besucher durch ihre Vitrinensammlung. Wüstungen sind Orte, von denen bekannt ist, dass dort früher einmal Siedlungen waren. “Wir wollen mit den Ausstellungen das Interesse und Bewusstsein der Bevölkerung für Fundstellen wecken. Die Leute sollen nicht einfach alles wegwerfen, was sie finden, sondern ein Auge für Besonderes und,Altes entwickeln’, hofft die Forscherin. Das hoffen auch die anderen Ehrenamtlichen der Interessengemeinschaft Ortsgeschichte und öffnen nach wie vor alle vierzehn Tage sonntags ihr Museum für die Öffentlichkeit. Für Schulklassen oder, andere Gruppen gibt es Führungen nach Vereinbarung, auch über spezielleThemen.

Wasser marsch Richtig nass wurde es beim Tag des Museums in Neipel. Dort zeigte die Feuerwehr, wie in längst vergangenen Zeiten mit Muskelkraft Wasser in den Löschschlauch gepumpt werden musste. Praktischer Geschichtsunterricht, der zudem noch großen Spaß machte. Kreisweit waren am Sonntag Museen geöffnet.

Mittelalterliche Töpferei in Düppenweiler

Im Rahmen der Mittelalterausstellung im Heimatmuseum Neipel 2001 wurden einige mittelalterliche Fundstellen der Umgebung integriert.

Grabungsplan der Ausgrabung in Düppenweiler 1985
Abb. zur Verfügung gestellt vom Heimatmuseum Düppenweiler, Zeichnung: G. Britz.

2001 Archäologische Spuren des Mittelalters um Neipel

Plakat zur Ausstellung

Archäologische Spuren des Mittelalters zwischen Schmelz, Tholey und Wadern

Ausstellungsdauer: Januar 2001 – August 2001
Ausstellungskonzeption: Edith Jäckel und Eric Glansdorp
Publikation:

  • Archäologische Spuren aus dem Mittelalter im ländlichen Dreieck Schmelz-Wadern-Tholey, Saarbrücker Zeitung 31.01.2001
  • Den Hauch des Mittelalters hautnah erleben, Saarbrücker Zeitung SLS 14.2.2001
  • Goldgulden erzählt packende Geschichte, Saarbrücker Zeitung WND vom 6.2.2001

Eine Ausstellung um archäologische Funde aus dem Raum zwischen Tholey, Schmelz und Wadern zeigte das Heimatmuseum „Haus am Mühlenpfad“ in Tholey-Neipel von Januar bis August 2001 in seiner Vor- und Frühgeschichtlichen Abteilung. Vorgestellt wurden Objekte aus Burgen, Kirchen und heute verschwundenen Dörfern der Umgebung aus der Zeit zwischen 500 und 1500 nach Christus.
Ausgangspunkt war eine im Ortsbereich gefundene unpublizierte Goldmünze, die uns im Museum vorgelegt wurde.

Den Hauch des Mittelalters hautnah erleben
Saarbrücker Zeitung SLS 14.2.2001

Im “Haus am Mühlenpfad” in Neipel wird ein neues archäologisches Thema vorgestellt. Heimatforscher stellen dem Museum private Fundstücke zur Verfügung. Erstmals wird der “Goldbacher Kopf” – ein mittelalterliches Kunstobjekt – dem interessierten Publikum gezeigt.

Neipel (isi). Dorfgeschichte im Bohnen,tal und im Schaumberger Land – dafür steht das “Haus am Mühlenpfad” in Tho-ley-Neipel Das dortige Heimatmuseum informiert,seine Besucher in seiner archäologischen Abteilung anhand von Funden und umfangreichem Kartenmaterial über das Mittelalter.

.Wir wollen der Bevölkerung damit ihre Bodendenkmäler näher bringen!’, beschreibt die Archäologin Edith Jäckel, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Eric Glansdorp die Abteilung leitet, das Konzept, Die, beiden Doktoranden der Vorund Frühgeschichte wollen wechselnde Ausstellungen zum Thema Archäologisehe Spuren des Mittelalters” inszenieren. Bei den Exponaten handelt es sich meist um Leihgaben von Heimatforschern der Region. Aber auch Menschen, die sich nicht mit der Thematik beschäftigen und durch Zufall ein Relikt der Vergangenheit finden, stellen diese zur Verfügung. Ein Glanzstück der Ausstellung ist der “Goldbacher Kopf’. Etwa 1970 wurde der circa 19 Zentimeter hohe Kopf aus braunem Sandstein bei Umbauarbeiten unter einer alten Mauer gefunden. Verschiedene Experten datieren das Stück ins 12. Jahrhundert. Es handelt sich wohl um die Figur eines Klerikers, da am Hinterkopf eine Tonsur ausgearbeitet wurde. Der Heimatforscher Reiner Schmitt zeigte eine mögliche Verbindung zu einer bis heute nicht lokalisierten Kapelle in Schmelz-Goldbach auf. Das in Privatbesitz befindliche mittelalterliche Kunstobjekt wird in Neipel erstmals einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Weitere Exponate der Ausstellung sind ein Silbergroschen aus Limbach und ein Goldgulden aus Neipel. Die Scherben eines mittelalterlichen Gefäßes weisen auf eine Töpferei im “Oberweiler” bei Düppenweiler hin. Sondierungen in den Jahren 1983 und 1985 haben erstmals den faktischen Beweis erbracht, dass im Bereich des Alten Dorfes” bei Düppenweiler während des Mittelalters eine große Töpferei Geschirr und Ofenkacheln herstellte. Die weiteren großen Themen der Ausstellung sind die Burg Dagstuhl bei Wadern, die um 1270 von Ritter Boemund erbaut wurde und die Abtei Tholey. “Romanen oder Germanen im Schaumberger Land” ist ein weiterer Teil der archäologischen Ausstellung, die alle zwei Wochen sonntags zwischen 15 und 18 Uhr geöffnet ist.

Goldgulden erzählt packende Geschichte
(Saarbrücker Zeitung WND vom 6.2.2001)

Haus am Mühlenpfad in Neipel: Ausstellung “Archäologische Spuren aus dem Mittelalter”

Neipel (it). Das “Haus am Mühlenpfad” ist seit Sonntag um eine Attraktion reicher. Edith Jäckel, Doktorandin für Vor- und Frühgeschichte an der Universität Saarbrücken, eröffnete in Anwesenheit von zahlreichen Besuchern eine neue Ausstellung mit dem Thema -Archäologische Spuren aus dem Mittelalter” mit Funden aus Burgen, Kirchen und heute verschwundenen Dörfern aus dem Raum Tholey-Schmelz-Wadern. Sie betrifft die Zeit zwischen 500 und 1500 nach Christus, wurde dank der Großzügigkeit zahlreicher Leihgeber ermöglicht und kann bis Juni dieses Jahres in dem Neipeler Museum besucht werden.

“Trotz aller Funde ist das Wissen um das Mittelalter sehr düster”, sagte Edith Jäckel, als sie die Ausstellung eröffnete. “Es klaffen, wenn man das Fundmaterial in seiner Gesamtheit betrachtet, Lücken von einigen Jahrhunderten.” Das jedoch fällt dem Laien kaum auf. Er verweilt vor den Vitrinen, betrachtet die gefundenen Scherben und Hufeisen, die Nägel und Schmuckgegenstände, liest auf den Schildchen die Fundstellen “Hölzershausen”, “Urwahlen”, “Peterberg” oder “Burg Dagstuhl”. Aber viele Antworten auf noch mehr Fragen liegen nach Expertenmeinung nicht nur in den Wüstungen versteckt, sondern vor allem unter den alten Ortskernen der Dörfer. Hier standen die Häuser der Menschen, hier wohnten und lebten sie. Und hier wurden sie auch beerdigt.

Einige Exponate erzählen ausführlich von ihrer reichen Geschichte. Da ist der Goldgulden, der im Neipeler Ortsbereich gefunden wurde. Die Münze ist 1430 im Auftrag von Ulrich von Manderscheid geprägt worden. Sie zeigt auf der Vorderseite St. Petrus mit Schlüssel und Buch sowie das Wappen von Manderscheid, auf der Rückseite einen runden Vierpass mit Spitzen, darin das viergeteilte Wappenschild Trier/Manderscheid. Im Jahre 1430 wählte ein Teil des Domkapitels Jacob von Sirk und ein anderer Teil Ulrich von Manderscheid zum neuen Erzbischof von Trier. Beide reisten zur Bestätigung ihres Titels nach Rom. Papst Martin V. jedoch bestätigte keinen von beiden, sondern ernannte Raban von Helmstätt, den Speyerer Bischof, zum neuen Trierer Erzbischof. Dieser wurde vom Domkapitel jedoch nicht akzeptiert. Es hielt an Ulrich von Manderscheid fest. Daraufhin wurden Ulrich und das Domkapitel vom Papst exkommuniziert. Der Adel des Trierer Landes und die Erzbischöfe von Mainz und Köln standen aber weiterhin auf Ulrichs Seite. Städte und Burgen waren in seiner Hand, nur die Stadt Trier war unentschlossen. Die Zünfte hielten zu Raban. Man sprach von der “Manderscheider Fehde”. Schließlich verwüstete Ulrich mit seinem Militär die umliegenden Dörfer. Als ein Schlichtungsversuch des Baseler Konzils scheiterte, reiste Ulrich erneut zum Papst nach Rom, verstarb jedoch unterwegs in Zürich im Jahre 1436. So hatte der in Neipel gefundene Goldgulden nur eine sechs Jahre dauernde Gültigkeit – nämlich von 1430 bis 1436.

In Limbach wurde im Jahre 1984 bei Baggerarbeiten einen Metzer Groschen aus der Zeit um 1450 gefunden. Er ist kleiner als ein Pfennigstück und eine der ältesten Münzen, die im Namen der Stadt geprägt wurden. ‘Der Groschen wurde schließlich Ende des 15. Jahrhunderts in den Städten Köln und ebenso in Trier imitiert. Ein mittelalterliches Gefäß stammt aus der Töpferei im “Oberweiler” bei Düppenweiler. Sie produzierte zwischen dem 12. und 17. Jahrhundert Geschirr und Ofenkacheln. Auf einer Fläche von etwa vier Hektar Land standen damals mindestens sechs Werkstätten.

Neben der Löwendarstellung aus der Abteikirche Tholey ist der “Goldbacher Kopf” zweifellos Mittelpunkt der Ausstellung. Er wurde 1970 in Schmelz gefunden und befindet sich in Privatbesitz. Der Kopf ist 19 Zentimeter hoch und aus braunem Sandstein gehauen. Es handelt sich um die Figur eines Klerikers, da am Hinterkopf eine Tonsur (Haarausschnitt) ausgearbeitet wurde. Möglicherweise besteht eine Verbindung auf die bis heute noch nicht lokalisierte Kapelle in Schmelz-Goldbach. Experten datieren das Stück auf das 12. Jahrhundert.

Öffnungszeiten Es gibt einen neuen Prospekt über das “Haus am Mühlenpfad”, den der Kur- und Verkehrsverein Tholey herausgegeben hat. Dem neuen Prospekt hat der Doktorand Eric Glansdorp in Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft Ortsgeschichte in Neipel ein informatives Gesicht gegeben.
* Das Neipeler Museum ist ah zwei Sonntagen Im Monat, jeweils von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei., Anmeldungen zu Führungen und weitere Informationen bei Ortsvorsteher Paul Backes, unter Tel. (06888) 5912.